WENNS AUF DER AUTOBAHN KNALLT, ZÄHLT JEDE MINUTE


Die Feuerwehr hats im Griff! Wenns auf der Autobahn knallt, zählt jede Minute, müssen die Handgriffe sitzen, muss die Zusammenarbeit der Rettungskräfte eingespielt funktionieren. Gleichzeitig ist jeder Einsatz auf der Autobahn eine Herausforderung, der Verkehr rollt im Normalfall weiter.


Übung macht den Retter! Deshalb sorgen die Rettungskräfte mit regelmässigen Übungseinheiten für die nötige Erfahrung. Ende Juni übten die vier Strassenrettungsstützpunkte Münchwilen, Wil, Gossau und Uzwil zusammen mit dem Rettungsdienst. Jede Feuerwehr hatte zweimal die Möglichkeit, mit wechselnden Feuerwehrleuten auf der Autobahn zu üben. Die Ausgangslage: Ein Verkehrsunfall, verletzte Personen im Fahrzeug eingeklemmt. Aufgabe der Feuerwehren war, die eingeklemmten Personen fachgerecht und sicher aus den Fahrzeugen zu befreien und dem Rettungsdienst zu übergeben. Dabei setzten die Feuerwehren schwere hydraulische Rettungsgeräte ein, um Autodächer abzutrennen und zu entfernen.

Neun Autos verschnitten

Nebst dem klassischen Feuerwehr-Handwerk waren die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und die eigene Sicherheit auf der Autobahn wichtige Themen der Übung. Das Kurzfazit des Uzwiler Feuerwehrkommandanten Mirco Miotto: «Wir haben unsere Übung mit Bravour absolviert.» Ein paar Zahlen zur besonderen Übung: Mit 100 Kilometern pro Stunde brauste der Verkehr an den Rettern vorbei. 11 Stunden waren die Einsatzkräfte insgesamt auf der Autobahn präsent, am Ende des Tages hatten die vier Feuerwehren neun Autos verschnitten.

Miliz

Die Feuerwehren sind klassische Milizorganisationen. Sie bauen darauf, dass Männer und Frauen einen Teil ihrer Zeit für andere einsetzen. Damit die Organisationen miliztauglich bleiben, brauchen sie professionellen Support. In Uzwil ist beispielsweise der Kommandant in einem Teilpensum tätig, der Materialwart ist ein Profi und die Feuerwehr wird administrativ von der Gemeindeverwaltung unterstützt. Aktuell rekrutiert die Feuerwehr einen zusätzlichen Mitarbeiter. Verschiedene Aufgaben, die bisher Milizangehörige ausgeübt haben, werden zusammengefasst. Sie können auf Dauer im Milizsystem nicht sichergestellt werden. Der Uzwiler Gemeinderat Ruedi Müller, Präsident der Feuerschutzkommission, ergänzt: «Die Aufgaben der Feuerwehr werden laufend komplexer. Verschiedene Aufgaben verlangen zunehmend mehr Professionalität. Mit geeignetem Support wollen wir das Milizsystem so entlasten, dass es weiterhin funktioniert.»