NEUBAU AUTOBAHN-RASTSTÄTTE RHEINTAL OST IM MINERGIE-STANDARD


OstRundschau.ch informiert über die modernste Autobahnraststätte der Schweiz – eine echte Herausforderung für alle Planer und Handwerker. Beitrag von Projektleiter Kurt Vogt, Ingenieurbüro K. Vogt AG, St. Gallen.


Der Auftrag

Die Raststätte Rheintal AG erteilte unserem Büro den Auftrag eine moderne Raststätte im Minergie-Standard zu planen. Eine Analyse der bestehenden Baustruktur hat schnell ergeben, dass nur ein Abbruch und Neubau zielführend ist.

Planungsidee

Es soll eine moderne, einladende Raststätte gebaut werden. Insbesondere sollten folgende Ideen umgesetzt werden:

• Einfacher Baukubus am bestehenden Ort, ohne Zwischenstützen

• Das Untergeschoss der bestehenden Raststätte bleibt

• Die Parkplätze müssen verdoppelt werden, was eine Waldrodung zur Folge hatte

• Es soll die nach heutigem Stand der Technik modernste Anlage für Heizung, Kühlung und Lüftung eingeplant werden. Dabei gilt es, einen grossen Teil der Energie selbst zu erzeugen mit einer Photovoltaikanlage, sowie das Heizen und Kühlen mit einer Wärmepumpenanlage vorzunehmen.

• Die Fassaden sollen für den Gast einladend und auch ein wenig witzig sein

Projektleiter Kurt Vogt

Zeitrahmen

Am 14. November 2016 wurde die Baueingabe dem Kantonalen Tiefbauamt eingereicht, da bei Raststätten der Kanton federführende Stelle bei Baugesuchen ist. Die öffentliche Auflage in den Gemeinden Sevelen und Buchs dauerte vom 2. bis 15. Februar 2017. Am 22. März 2017 konnte eine Teil-Baubewilligung durch die Gemeinde Sevelen erteilt werden (Abbruch der bestehenden Raststätte).
Der Wettlauf mit der Zeit für die Realisierung hat nun begonnen, denn der CEO der Gruppe Thurau, Herr Peter Hofstetter, hat unmissverständlich dargelegt, dass Ende Oktober 2017 die Raststätte eröffnet werden müsse, dann nämlich müsse das Chalet (Provisorium) abgebrochen werden, da dieses für den Weihnachtsverkauf in Zürich wieder gebraucht werde.
Am 22.3.2017 wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen, anschliessend Aushubarbeiten und Baumeisterarbeiten. Der Montagebau in Beton konnte unmittelbar vor den Sommerferien abgeschlossen werden, so dass ab dem 7. August mit der Gebäudehülle und dem Innenausbau begonnen werden konnte.

3 Monate für Gebäudehülle und Innenausbau – ein Ding der Unmöglichkeit – haben alle gesagt. Doch die Unternehmer und Handwerker machten das Unmögliche möglich: Am 7. November konnte die Raststätte eröffnen.

Baubewilligungsverfahren

Ein Neubau an einer Autobahn hat nebst der Gemeinde, dem Kanton auch den Bund (Bundesamt für Strassen ASTRA) als Bewilligungsinstanz. Nachdem die Raststätte Rheintal Ost auf 2 politischen Gemeinden steht, musste das Baugesuch auch noch von 2 Gemeinderäten, nämlich Sevelen und Buchs, genehmigt werden.
Die Verdoppelung des Parkplatzes hatte ein Rodungsgesuch für ca. 350 m2 Wald zur Folge, weshalb sich auch das Kantonsforstamt mit dem Gesuch befassen musste.

Keine Unfälle

Ein besonderes Anliegen ist jeder Bauherrschaft, dass es auf ihrer Baustelle keine Unfälle gibt. Damit solche verhindert werden können, braucht es von allen Handwerkerfirmen eine gute Baustellenführung und ein in allen Belangen diszipliniertes Arbeiten.

Bauherrschaft und Bauleitung danken allen Unternehmern und Handwerkern für die Anstrengungen und Weisungen,
so dass das Bauvorhaben unfallfrei abgeschlossen werden konnte.

Dank

Ich danke der Bauherrschaft für den interessanten Auftrag und insbesondere CEO Peter Hofstetter für die stets konstruktive und sachbezogene Zusammenarbeit. Es war unserem Büro ein besonderer Ansporn, diese Raststätte planen zu dürfen. Ohne den grossen Einsatz unseres örtlichen Bauleiters, Jeton Arifi, wäre die Eröffnung nicht am 7. November möglich gewesen. Zu diesem grossen Einsatz von Jeton Arifi möchte ich auch im Namen der Bauherrschaft bestens danken.