MISSIONSCHEF SWISS OLYMPIC UND NATIONALRÄTIN „PERSÖNLICH IM HOF ZU WIL“


Volkshochschule Wil: SP-Nationalrätin Barbara Gysi und Ralph Stöckli, Missionschef von Swiss Olympic, waren am 22. Oktober 2017 Ehrengäste von Moderator Roland P. Poschung bei «Persönlich im Hof zu Wil».


Politik, Sport und Persönliches standen im Mittelpunkt der angeregten Diskussionsrunde mit der Wiler SP-Nationalrätin Barbara Gysi und der ex-Henauer Ralph Stöckli, Missionschef von Swiss Olympic, der extra für diesen Event am Morgen aus Bern anreiste. Bereits konnte Moderator Roland P. Poschung dabei die 11. Auflage der beliebten Gesprächsreihe durchführen. Schritt für Schritt blickte er mit seinen VIPs zurück auf ihre Kindheit, das Erwachsenwerden, die berufliche Entwicklung und ganz Persönliches.

SP-Nationalrätin Barbara Gysi gab sich in sportpolitischen Fragen kritisch, speziell was die Olympia-Kandidatur von «Sion 2026» anging. Sie hinterfragte die Finanzierung, die Austragungsorte und die Nachhaltigkeit. Ein grosses Fragezeichen bleibe das Thema Sicherheit und die finanziellen Folgen. Stöckli selber gab sich als Optimist, weil viele Sportaktivitäten auf mehrere Durchführungsorte, mit meist bestehenden Infrastrukturen, verteilt wurden.

Aus jeder Olympiade kann man Lehren ziehen

Demgegenüber zog Ralph Stöckli eine positive Bilanz von der Olympiade in Rio: «Für uns aus Schweizer Sicht lief es in Brasilien gut. Unter anderem konnte für die Bevölkerung viel in die Infrastruktur, beispielsweise in die Wasserkläranlagen, investiert werden. Früher ist alles ins Meer geflossen. Dennoch gibt es immer wieder Situationen und Gefahrenlagen, wo man weitere Lehren daraus ziehen kann.»

Vor wenigen Tagen kam Stöckli aus Südkorea zurück, wo vom 9. bis 25. Februar 2018 die Winter-Olympiade stattfindet. 102 Wettbewerbe in 7 Sportarten stünden auf dem Programm. Die Schweiz werde mit einer Rekordbeteiligung von 400 Personen nach Pyeongchang reisen. Ein mulmiges Gefühl bleibe nicht zuletzt wegen den Spannungen zwischen den USA und Nordkorea, doch davon spüre man in Südkorea kaum etwas, hielt Stöckli fest. Ansonsten blickte er sehr zuversichtlich an die Winter-Spiele: «Alles läuft bisher nach Programm!»

NR Barbara Gysi mit vielseitiger Ausbildung

Die 1964 geborene Barbara Gysi stammt ursprünglich aus Watt-Regensdorf, wo sie im Elternhaus grosse Freiheiten geniessen konnte. Nach den Studien als Fachlehrerin für Biologie und Geografie sowie Soziale Arbeit als Pädagogin entdeckte sie die Politik. Ihr Werdegang von der Politischen Sekretärin der SP Kanton St. Gallen bis zur Wiler Stadträtin und Nationalrätin verlief gradlinig. Sie war sich von Beginn an bewusst: «Politik kennt zahlreiche Hürden, Erfolge und Enttäuschungen».

Wenn sie nicht in die Ostschweiz gekommen wäre, so wäre Gysi wahrscheinlich bei der Gruppe «Frauen machen Politik» (FraP) beigetreten. Gysi ist in ihrer Freizeit eine hartnäckige Sportlerin, denn sie ist in diversen Bereichen aktiv und sie hat ein Kämpferherz. Dabei lasse sie sich nicht so schnell entmutigen, was gut sei in der Politik. Nach Abstimmungs-Niederlagen müsse man wieder aufstehen und weiter machen. Gysi erschien als eine mutige Person, denn sie absolvierte früher zahlreiche Gleitschirmflüge und sei zur Erholung gerne in den Bergen unterwegs. Ihr Lebenspartner lernte sie bei Freunden kennen, als er dort Lichtbirnen auswechselte und ihr heute mit seinen handwerklichen Fähigkeiten hilfreich zur Seite stehe.

Auch zum Lachen …

… gab es Augenblicke, so erinnerte sich Stöckli an seinen ersten, angespannten Einsatz als TV-Experte in Salt Lake City, weil TV-Reporter Hans Jucker erst eine Minute vor Live-Sendebeginn eintraf. Zudem wurde der Olympia-Bronze-Gewinner gefragt, ob er als Curler auch zu Hause mit dem Besen putze und die Ehefrau im Haushalt entlaste. Seine Ehefrau sei eine Kolumbianerin, die er bei einem Sprachaufenthalt in Kanada in der Schule kennenlernte. Inzwischen hätten sie zwei Kinder und das Sprachenwirrwarr sei faszinierend.

Fazit: Die Gesprächsreihe der Volkshochschule Wil «Persönlich im Hof zu Wil» kommt bei den Gästen seit 2014 sehr gut an, dürfen doch auch selber Fragen an die VIPs gestellt werden und beim Apéro lernt man sich persönlich kennen.
(Bild und Text: Helena Hohermuth)